Celtic Museum at Glauberg

Glauburg / Germany / 2011

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brief A museum for Celtic art, in direct proximity to a historic burial mound. Added Value Similar to an excavated archaeological find, the metal body of the museum juts out from the landscape and forms a counterpart to the burial mound. More of a mysterious object itself rather than architecture, the museum should be stumbled upon by its visitors as a marker of landscape discovery.


CELTIC MUSEUM GLAUBURG | GERMANY Because of its strategic position and sweeping view, the plateau at the edge of Wetterau was a favourite settlement area from the 5th millennium BC until the High Middle Ages. The remains of the settlements can still be seen in the park and make the Glauberg – with the help of the myths and legends about the inhabitants of the Glauberg – a very special place, not only for researchers. In the 1930s, excavations were already being conducted, but had to be suspended with the turmoil of the war. But what the archaeologists discovered from the geomagnetic aerial photos and brought to light between 1994 and 2000 was beyond their wildest dreams. The sensational discovery of the Celtic princely tombs with substantial, fully preserved burial objects, the cult area and its settlement makes it one of the most important Celtic archaeological and research sites in Europe today. The cult surrounding the ca. 20 ha large archaeological area with the reconstructed burial mound and sections of the processional routes is immediately noticeable. The gentle topography stretches impressively up to the horizon.



Out of respect for the distinctive location, the architecture avoids great gestures and withdraws in favour of the historically formed landscape. The Celtic museum merges into the spacious landscape as a clearly contoured and distinct structure. Half concealed in the slope, it is oriented to the Celtic mound, thus consciously allowing it to be the principal player, whose central function as a landscape element is supported by the museum as a “perception intensifier”.
The protected space under the mighty overhang serves as the start and end point of the tour on the archaeological trail and for the exploration of the museum. A broad flight of steps in the building welcomes visitors and guides them gradually to the exhibition. The closed volume provides an exhibition situation that does justice to the light-sensitive exhibits and allows visitors to completely immerse themselves in the Celtic world. One of the highlights of the exhibition is the large panorama window, which offers an impressive view of the burial mound, thus incorporating it into the exhibition itself. The roof as a viewing platform offers a panoramic view of the landscape and reveals the sky.



ScENOGRaPHy The architecture of the exhibition is based on the superordinate principle of layering, inspired by the procedures of an archaeological excavation. The history and culture of the Celts is exposed in individual layers and models different zones and transitions in a neutral space. Differently shaped horizontal, vertically layered bands, projecting and receding, form changeable exhibits. These offer various presentation options and permit the integration of flat showcases, media stations, and glass display cabinets. There is no strict route to be followed, but rather an open, flexible exhibition concept bringing together the various aspects of the Celtic world. Every time visitors tour the exhibition, they discover something new and thus become ‘fellow researchers’.


MATERIAL AND CONSTRUCTION The compact form is supported by a casing of large-format Corten steel plates. On the one hand, the material evokes associations with earthiness and weightiness, and on the other a reminiscence of the Celts’ progressive and skilfully artistic handling of metals. The rooms are as far as possible column-free thanks to six-metre-high steel frameworks in the closed side walls, which serve as supports for the light ceilings. The anchorage is a conventional solid reinforced concrete construction.


ECONOMY AND ECOLOGY The compact building form and low surface area of the museum reduces the primary energy requirement and seals only a small area of the landscape. The ventilated metal façade of Corten steel represents an optimal energy standard, permanently protects the construction and minimises operating expenses due to a lack of ongoing maintenance costs. Highly insulating, recyclable building materials and thermal insulation glazing also contribute to cost reduction.
The technical building services were also designed with a view to sustainability and meet this requirement with a CO2-neutral wood pellet heating and a ventilation system with highly efficient heat recovery


Location: Glauburg, Land Hessen (D)
Architect: kadawittfeldarchitektur
Client: federal state of Hessen represented by HMWK and HBM
Implementation: 2008-2011, competition 1st prize 2006
Construction volume: gfa 2,190 m² cubature 9,500 m³
Awards: ‘Auszeichnung vorbildlicher Bauten in Hessen 2011’
Photographer: Werner Huthmacher, Berlin


 


[DE]


BRIEF Museum für keltische Kunst im archäologischen Park Keltenwelt. | ADDED VALUE Einem freigelegten archäologischen Fundstück gleich ragt der monolithische Körper des Museums in die Landschaft und bildet ein Pendant zum rekonstruierten keltischen Grabhügel. Mehr ein geheimnisvolles Objekt in der Landschaft als Architektur, will das Museum von seinen Besuchern entdeckt werden und wird selbst zum Dispositiv für die Entdeckung der Landschaft.


keltenmuseum am glauberg, glauburg (DE) Das Plateau am Rand der Wetterau war vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis ins hohe Mittelalter aufgrund seiner strategisch günstigen Lage und dem weit reichenden Fernblick ein beliebtes Siedlungsgebiet. Die Überreste der Siedlungen sind noch heute im Gelände zu sehen und machen den Glauberg – unterstützt von den Geschichten und Mythen über die Bewohner des Glaubergs – nicht nur für Forscher zu einem ganz besonderen Ort. Bereits in den 1930er Jahren gab es Ausgrabungen, die jedoch mit den Kriegswirren unterbrochen werden mussten. Doch was die Archäologen auf Luftbildern und mittels geomagnetischer Prospektionen entdeckten und zwischen 1994 und 1999 ans Tageslicht beförderten, hätten diese sich in ihren kühnsten Träumen nicht auszudenken gewagt. Die sensationelle Entdeckung zweier Grabhügel mit drei keltischen „Fürstengräbern“ mit reichhaltigen, vollständig erhaltenen außergewöhnlichen Grabbeigaben, einem „Kultbezirk“ mit Relikten von vier Sandsteinstatuen – eine davon fast komplett erhalten – sowie der zugehörigen Siedlung gehört heute zu den wichtigsten keltischen Fund- und Forschungsstätten Mitteleuropas. Die besondere Atmosphäre des ca. 30ha großen archäologischen Areals mit dem inzwischen rekonstruierten Grabhügel und einem Teilstück der „Prozessionsstraße“ ist sofort spürbar. Eindrucksvoll präsentiert sich die sanfte Topographie bis zum Horizont.
Den unverwechselbaren Ort achtend, verzichtet die Architektur auf große Gesten und nimmt sich zugunsten der historisch geprägten Landschaft zurück. Als klar konturierter und eindeutiger Baukörper fügt sich das Keltenmuseum in den weitläufigen Landschaftsraum ein. Halb im Hang verborgen richtet es sich zum Keltenhügel aus und lässt dabei bewusst den Grabhügel Hauptakteur sein. Dessen zentrale Funktion als landschaftliches Element wird durch das Museum als ein „Wahrnehmungsverstärker“ unterstützt.
Der geschützte Freiraum unter der mächtigen Auskragung dient als Start- und Endpunkt für den Rundgang auf dem archäologischen Lehrpfad und für die Erkundung des Museums.
Eine breite Treppenrampe im Inneren des Gebäudes empfängt den Besucher und leitet ihn langsam in die Ausstellung. Der geschlossene Körper gewährt eine Ausstellungssituation, die den lichtempfindlichen Exponaten gerecht wird und den Besucher ganz in die Keltenwelt eintauchen lässt.
Einer der Höhepunkte der Ausstellung ist das große Panoramafenster, das einen beeindruckenden Ausblick auf den Grabhügel ermöglicht, der so zum eigentlichen Ausstellungsstück wird. Das Dach als Aussichtsplattform ermöglicht den Rundblick in die Landschaft und gibt den ‚Himmel’ zum Entdecken frei.


SZENOGRAPHIE Die Ausstellungsarchitektur basiert auf dem übergeordneten Prinzip der Schichtung ausgehend von den Abläufen einer archäologischen Grabung. Die Geschichte und Kultur der Kelten wird in einzelnen Schichten freigelegt und modelliert in einem neutralen Raum differenzierte Zonen und Übergänge. Unterschiedlich geformte, horizontal verlaufende und vertikal geschichtete Bänder, die vor- und zurückspringen, bilden wandlungsfähige Ausstellungskörper. Diese bieten unterschiedliche Präsentationsmöglichkeiten und erlauben die Integration von flachen Schaukästen, über Medienstationen bis hin zu Ausstellungsvitrinen. Es entsteht kein streng vorgegebener Parcours, sondern ein offenes fließendes Ausstellungskonzept, das die vielseitigen Aspekte der Keltenwelt zusammenführt. Beim mehrmaligen Durchwandern der Ausstellung kann der Besucher immer wieder Neues entdecken und wird so zum ‚Mitforscher‘.


MATERIAL UND KONSTRUKTION Die kompakte Form wird durch eine Verkleidung aus großformatigen Cortenstahlplatten unterstützt. Das Material weckt zum einen Assoziationen mit Erdverbundenheit und Schwere, und ist zum anderen eine Reminiszenz an den fortschrittlichen und handwerklich kunstvollen Umgang der Kelten mit Metallen. Die weitestgehend stützenfreien Räume werden über sechs Meter hohe Stahlfachwerke in den geschlossenen Seitenwänden ermöglicht, die als Auflager für die leichten Geschossdecken dienen. Die Rückverankerung ist als konventioneller Stahlbeton-Massivbau konstruiert.


ÖKONOMIE UND ÖKOLOGIE Die kompakte Bauform und geringe Hüllfläche des Museums reduziert den Primärenergiebedarf und versiegelt eine geringe Fläche des Landschaftsraumes. Die hinterlüftete Metallfassade aus Cortenstahl stellt energetisch einen optimalen Standard dar, schützt die Konstruktion dauerhaft und minimiert die Betriebskosten, da laufende Wartungskosten entfallen. Hochisolierende, recyclebare Baustoffe und Wärmeschutzverglasungen reduzieren den Aufwand zusätzlich.
Auch die technische Gebäudeausrüstung wurde unter nachhaltigen Aspekten konzipiert und entspricht diesem Anspruch mit einer CO²-neutralen Holzpelletheizung und einer Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung.

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